Grundstufe - Allgemein

Grundstufe

Voraussetzungen und Aufnahme 

Kinder mit einem Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Schwerpunkt geistige Entwicklung werden mit Beginn der Schulpflicht ab dem   6. Lebensjahr  in die Grundstufe unserer Schule aufgenommen. Vorzeitige Einschulungen auf Antrag der Eltern sind ebenso möglich. Ältere Schüler können als Seiteneinsteiger aufgenommen werden, z.B. wenn sie von der Schule mit Förderschwerpunkt Lernen in den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung wechseln oder aus der inklusiven Beschulung an die Förderschule. Die Aufnahme erfolgt unabhängig vom Grad der geistigen und/oder körperlichen Behinderung. Es gibt keine Minimalanforderungen.

Die Beschulung an der Friedrich-Fröbel Schule wird möglich, wenn festgestellt wird, dass ein Kind wegen einer umfassenden, schweren und langandauernden  Lernbeeinträchtigung einer sonderpädagogischen Förderung bedarf. Diese begründet die Feststellung eines Anspruches auf sonderpädagogische Förderung im Schwerpunkt geistige Entwicklung, möglicherweise zusätzlich im Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.

Organisation   

Zu Beginn ihrer insgesamt 3-jährigen Grundstufenzeit werden die Kinder an das für sie neue System Schule herangeführt.  Die Schulanfänger  haben in der Regel im 1. Schulhalbjahr einen Unterrichtsumfang von 29 Wochenstunden mit einer täglichen Unterrichtszeit von 8.30 Uhr bis 12.50 Uhr, freitags bis 12.10 Uhr.   Im Laufe des 2. Schulhalbjahres wird der Schultag an mindestens zwei Tagen in den Nachmittag erweitert auf 33-35 Wochenstunden. Ab dem zweiten Schuljahr nehmen die Schüler am kompletten Ganztagsunterricht der Schule mit 37 Schülerwochenstunden teil.

Die Klassen werden wie in allen Stufen altershomogen, jedoch leistungsheterogen zusammengesetzt. Die Klassengrößen liegen bei maximal acht Schülern.

Unterricht und Förderung   

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit steht der einzelne Schüler mit seinen individuellen Bedürfnissen und Bedarfen zur individuellen Förderung. Förderpläne für jeden Schüler werden erstellt, regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben.

Jeder Schüler soll seinen Möglichkeiten entsprechend gefördert werden. Grundlage für die Förderung und den Unterricht sind die „Richtlinien für Erziehung und Unterricht im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung “ (Erlass des Hess. Kultusministeriums vom 24.01.2013) Dazu gehören alle Kompetenzen, die zu einem eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Leben in der Gesellschaft befähigen. Die Lerninhalte werden differenziert angeboten, so dass jeder Einzelne seinen Zugang zum Thema finden kann. Es gilt der Grundsatz an den Voraussetzungen und der Lernausgangslage der Schüler anzuknüpfen. Die Schüler sollen im Unterricht in ihrer gesamten Persönlichkeit angesprochen werden, d.h. Autonomie, Emotion, Kognition,  Motorik und soziale Kompetenzen werden zu gleichen Teilen berücksichtigt.

Im Pädagogenteam werden als Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit ein Erfahrungsfeld und ein Rahmenthema ausgewählt, das im Unterricht zumeist fächerübergreifend über einen längeren Zeitraum erarbeitet wird.

Das Kennen lernen des Systems Schule und das Eingewöhnen in die neue Bezugsgruppe, der Aufbau und die Erweiterung von Kommunikation und die Selbstversorgung sind wichtige Schwerpunkte der Grundstufe.

Der motorische Bereich zeichnet sich durch ein großes Bewegungsangebot im Schwimm- und Sportunterricht und auch durch weitere Angebote wie Psychomotorik  aus.

Die Kinder lernen bereits ab der ersten Klasse ein breites Spektrum an  Kompetenz- und Lernbereichen kennen und erwerben in verschiedenen Erfahrungsfeldern basale und vielfältige Fähigkeiten:

·         Kennenlernen und Erlernen der Kulturtechniken (Deutsch, Mathematik)

·         Erweiterung des Wissens und Erlebens der Lebensumwelt

·         Sprache und Kommunikation (Sprachaufbau und –erweiterung, Unterstützte Kommunikation)

·         Basale Förderung (Wahrnehmung)

·         Ästhetische Lernfelder (Kunst, Musik, Darstellung)

·         Soziale Beziehungen ( Selbst- und Fremdwahrnehmung, Soziale Kontakte)

·         Selbstversorgung ( Ernährung, Kleidung)

·         Gesundheitsfürsorge ( Gesunde Ernährung, Hygiene)

·         Bewegung und Mobilität  (Sport, Schwimmen, Psychomotorik, Verkehrserziehung, Spiel)

 

Die Schüler werden auf den unterschiedlichsten Differenzierungsstufen unterrichtet. Dazu gehören auch Unterrichtssequenzen in Einzel- oder Kleingruppenförderung. Hier kann auf ganz individuelle Bedarfe eingegangen werden.

Häufig werden Unterrichtsgänge in die nähere und weitere Umgebung unternommen, um das Lernen abwechslungsreich, interessant und vor allem lebensnah und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ zu gestalten.

Klassenübergreifende Aktivitäten, Feste und Feiern im Jahresverlauf gehören zum Selbstverständnis der Grundstufe (Projektwoche, Exkursionen, Grundstufenausflug, Besuch der Märchenfestspiele, Laternenfest und Nikolausfeier, Schulkinowochen u.a.)

Für die meisten Schüler und Eltern hat die erste Übernachtung in der Schule oder die mehrtägige Klassenfahrt eine große Bedeutung. Viele Kinder schlafen nun zum ersten Mal außer Haus. Diese Unternehmungen sind deshalb für die Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein unserer Schüler äußerst wichtig.

Am Ende der drei Grundstufenjahre haben die Schüler immer und deutlich erkennbar individuell große Fortschritte erzielt. Der Übergang in neue Strukturen der Mittelstufe und in  ein neues Klassengefüge  ist  gut vorbereitet.

 

Kooperation   

Die Klassen der Grundstufe kooperieren miteinander in verschiedenen Lernbereichen, um größere Arbeitsverbände zu bilden (z.B. Sport, Musik) oder in leistungshomogeneren Gruppen zu lernen (z.B. Kulturtechniken, Psychomotorik) und sich auf die Kursbildungen in der Mittel- und Hauptstufe vorzubereiten.

Durch eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Wilhelm-Busch-Grundschule haben die Grundstufenschüler regelmäßig Kontakt zu Grundschulkindern (à  Kooperation und Inklusion). Es gibt Kooperationen einzelner Klassen in Sport, Kunst und Musik bis hin zu einem festen Kooperationstag einer Klasse der FFS und einer Klasse der WBS. An diesem Tag gestalten beide Klassen ihren gesamten Unterricht gemeinsam. Es ist beabsichtigt, diese Kooperation zu erweitern. Außerdem finden gemeinsame Frühstückszeiten und Pausen statt. Auch zu Feiern in den Schulen treffen sich einige Klassen.

Der Zusammenarbeit mit Eltern kommt gerade in der Grundstufe eine wichtige Bedeutung zu. Den Eltern begegnet  mit der Einschulung ihres Kindes in die Schule viel Neues und den Mitarbeitern der Schule ist eine gute und vertrauensvolle Kooperation mit den Eltern sehr wichtig. Bereits vor der Einschulung und Über das Führen des Mitteilungsheftes, Telefonate und  Elterngespräche  wird der regelmäßige Kontakt gepflegt.

Hinzu kommen Elternabende, gemeinsame Feiern mit den Eltern und nach Möglichkeit und Wunsch Besuche im häuslichen Umfeld. Hospitationen der Eltern im Unterricht sind ebenso möglich. Die Eltern finden durch die Schule Unterstützung und Beratung zur ärztlichen und diagnostischen Versorgung ihrer Kinder und in der Zusammenarbeit mit anderen unterstützenden Institutionen.

 

Therapie in der Schule   

Es ist möglich, innerhalb der Schule ab der Einschulung oder später therapeutische Angebote der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie in Anspruch zu nehmen (àTherapie in der Schule). Die Kooperation zwischen den Lehrkräften, Therapeuten und den Eltern ist auf eine ganzheitliche Förderung ausgelegt.