Friedrich-Fröbel-Schule Maintal

Einblicke in Schulprogramm und Schulleben

Schulprogramm Fortschreibung 2002–2005

Die Fortschreibung des Schulprogramms der Friedrich-Fröbel-Schule für den Zeitraum 2002 bis 2005 mit Leitzielen und Entwicklungsarbeiten.

Schulprogramm Fortschreibung 2002–2005

Die vorliegende Fassung des Schulprogramms der Friedrich-Fröbel-Schule ist die Fortschreibung des Fundamentums, wie es in den Jahren 1999 bis 2002 vom Kollegium der Friedrich-Fröbel-Schule erarbeitet wurde.

Die darin aufgeführten Leitziele für das schulische Leben und die unterrichtliche Gestaltung haben weiterhin Bestand und gelten als Ausgangspunkt jeglichen pädagogischen Planens und Handelns. Sie werden deswegen in diese Ausgabe nochmals aufgenommen und der Dokumentation der Schulprogrammarbeit vorangestellt.

Gleichzeitig stellen die Aussagen der damaligen IST-Stand-Beschreibung und damit die Inhalte der unterrichtlichen Gestaltung und die Organisationsstruktur der Friedrich-Fröbel-Schule den Ausgangspunkt für die weitere Schulprogramm-Arbeit dar.

Die gut vorbereitete und fachlich begleitete Schulteilung im Herbst 2002 in die Schulen Friedrich-Fröbel-Schule in Maintal und in die Schule für Praktisch Bildbare in Bruchköbel setzte Energien frei, die sich aus der Teilung ergebenden Chancen für eine Neu-, Um- und Ausgestaltung des Bestehenden, Bewährten oder Überholten zu nutzen. An einem pädagogischen Tag wurden dazu Wünsche, Träume, Visionen visualisiert und formuliert.

Das Kollegium stellte sich daraus im Dezember 2002 ein neues Arbeitsprogramm und arbeitete seitdem engagiert und konstruktiv daran, die festgelegten Entwicklungsschwerpunkte mit ihren Zielsetzungen zu verfolgen. Einige Arbeitsbereiche wurden in diesem Jahr abgeschlossen, einige werden Bestandteil der weiteren Fortschreibung sein. Eine neue Schwerpunktsetzung ist bereits erfolgt.

Für das Kollegium war schließlich die intensive Zusammenarbeit und deren Ergebnisse Anlass und Grund genug, nach Verabschiedung in den Schulgremien das Erreichte zu präsentieren und zu feiern und damit die Arbeitsgruppen zu entlasten.

1. Einführung

1.1. Arbeitsstrukturen und Arbeitsweise

Die im Sommer 2002 neu gebildete Visionen-/Steuerungsgruppe, bestehend aus fünf Kolleginnen und Kollegen, übernahm nach der Schulteilung im Herbst des gleichen Jahres die Organisation und Strukturierung zweier pädagogischer Konferenzen, in denen die neuen Entwicklungsschwerpunkte festgelegt und gewichtet wurden.

Diesen ordneten sich Arbeitsgruppen zu, die sich regelmäßig mit gemeinsam festgelegten Zielen trafen. Diskussionsrunden, Treffen zur Materialerstellung, Exkursionen, externe Berater wie auch die regelmäßige Vorstellung der Arbeitsprozesse und -ergebnisse und Entscheidungsfindungen in Gesamtkonferenzen gehörten zu den Prozessstrukturen und Vorgehensweisen der Gruppen.

Die Visionen-/Steuerungsgruppe unterstützte, koordinierte und lenkte die gesamtschulische Schulprogrammarbeit durch Fragebogenabfragen, Vorbereitung und Durchführung von pädagogischen Teilkonferenzen. Schulinterne Evaluationsergebnisse anhand von Fragebogen, Reflexions- und Abstimmungssitzungen wurden transparent gemacht und flossen in die Weiterarbeit der Gruppen ein.

1.2. Redaktionelle Arbeit

Die Koordination der redaktionellen Arbeit zur Verschriftlichung des Schulprogramms übernahmen zwei Personen, die teils der Steuerungsgruppe, teils einer Arbeitsgruppe angehörten.

Es wurde ein Raster entwickelt, das der inhaltlichen Arbeit der Gruppen entsprach. Jede Arbeitsgruppe erstellte danach eine gestraffte Dokumentation und ergänzte gegebenenfalls durch einen erläuternden Anhang.

Die Redaktion überarbeitete teils mit 1-2 Mitgliedern eines Arbeitsbereiches dessen Dokumentation.

1.3. Der Reader

Der Reader des Schulprogramms enthält neben dem Hauptteil, der Darstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen, sowohl die Leitziele des Grundlagen-Schulprogramms als auch dessen Inhaltsverzeichnis. Damit soll die Anknüpfung an das weiterhin gültige Schulprogramm dargestellt sein.

Die vorliegende Fortschreibung existiert in einer eigenständigen formalen Fassung.

Unterrichtsmaterialien oder ausführlichere Manuskripte, die in den Arbeitsgruppen erstellt wurden, wurden im Lehrerzimmer gesammelt.

2. Leitziele

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Alle am Schulleben der FFS beteiligten Personen begegnen sich mit Achtung und respektieren sich in ihrer Individualität.

Die Prinzipien Heterogenität, Altersangemessenheit und Differenzierung bestimmen unser pädagogisches Handeln.

Die Schaffung eines guten Lern- und Arbeitsklimas ist ein wesentliches Anliegen und Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und zufriedenstellende Arbeit. Dies impliziert die Anerkennung und Wertschätzung der unterschiedlichen Professionen und Arbeitsaufgaben aller an der FFS Tätigen.

Die Zusammenarbeit zwischen Familie und Schule muss förderlich sein für unsere Schülerinnen und Schüler. Sie wird gestaltet durch strukturierte Angebote für alle sowie durch individuell abgestimmte Kooperation und gegenseitige Unterstützung bei Anerkennung der unterschiedlichen Lebensbereiche.

Das Schulleben wird so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler eine gesellschaftliche Teilhabe erlangen.

Ziel des Unterrichts ist die Hinführung zu mehr Selbständigkeit und Selbstvertrauen, zur Entwicklung von Ich-Kompetenz und zur wachsenden Fähigkeit, autonome und verantwortliche Entscheidungen treffen zu können.

Unterricht orientiert sich an für die Schüler relevanten Bedürfnissen, Inhalten und Interessen. Dies bedeutet sowohl für die Unterrichtsinhalte als auch für die Unterrichtsgestaltung und –methoden die Einbeziehung des Lebensraumes der Schüler und der Umwelt sowie das Aufgreifen aktueller Situationen und Lernanlässe.

Durch das Aufsuchen außerschulischer Lernorte wirkt unser Unterricht auch nach außen, indem unsere Schülerschaft als Teil der Gesellschaft wahrgenommen wird.

Jedes Kind und jede/r Jugendliche hat Anspruch auf Bildung, Erziehung und Unterricht, welche/r sich an seine(n) Lernausgangslagen orientiert. Daraus ergibt sich unser Auftrag und Anspruch als allgemeinbildende Schule.

Aus den grundlegenden Bedürfnissen einer/s jeden/r Schülerin/s ergeben sich die Unterrichtsinhalte.

Unterricht schließt daher keine Lebensbereiche der Schüler aus, vielmehr muss er diese vielfältig nutzen.

Unterricht - unabhängig davon, an und in welchen Alltagssituationen er sich manifestiert – ist stets geplantes und reflektiertes Handeln.

Das gemeinsame Lernen in der Klasse unter Berücksichtigung der individuellen Förder- und Unterstützungsbedürfnisse der Schüler erfordert eine Unterrichtsgestaltung im Team. Dabei werden persönliche und fachliche Kompetenzen jeder/s Mitarbeiterin/s unterrichtlich wirksam.

Wir streben die Weiterentwicklung und -bildung jeder/s Mitarbeiterin/s und auch des Systems „FFS“ an und achten dabei auf Überprüfung der von uns gesetzten Kriterien.

3. Dokumentationen der Arbeitsgruppen

Die Dokumentationen der einzelnen Arbeitsgruppen sind nach einem einheitlichen Schema aufgebaut.

Ein Deckblatt kennzeichnet die Arbeitsgruppe und das Schwerpunktthema, mit dem sich die Gruppe beschäftigt hat.

Danach erfolgt zur eigentlichen Dokumentation ein für jede Gruppe gleich bleibendes Raster in der Gliederung: Ausgangslage, Ziele, Planung und Umsetzung, Evaluation.

3.1. Visionenbildung und Steuerung

Ausgangslage:
Teilungsprozess: FFS -> FFS/neu und SfPB/Bruchköbel
Fragestellungen: Wie geht es weiter? Welche Kompetenzen gibt es? Wie werden sie genutzt?
Pädagogischer Tag zur Visionenbildung im Herbst 2002: „Trennung und Neuanfang“
Fragebogen zu Kompetenzen des Kollegiums wird erstellt und ausgewertet
Pädagogische Konferenz nach den Herbstferien 2002: „Von Visionen zu Arbeitsschwerpunkten“
Gewichtung und Priorisierung der Themen, Bildung und Begrenzung der Arbeitsgruppen

Ziele:
Koordination, Steuerung und Begleitung der verschiedenen schulischen AGs zur Profil-Bildung und Weiterentwicklung der FFS
Bildung einer Redaktionsgruppe aus dem Kollegium mit dem Auftrag die Schulprogramm-Arbeit zu verschriftlichen

Planung und Umsetzung:
Regelmäßige Koordinationstreffen der Visionen-/Steuerungsgruppe
Abfrage des Stands der Arbeit in den Gruppen
Fragebögen
Regelmäßige Vorstellung in den Gesamtkonferenzen
Diskussion und Abstimmungen über Inhalte und Umsetzung von Teilbereichen
Bedarfserhebung zur Unterstützung und für Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Arbeit in den AGs
Planung und Durchführung von pädagogischen Konferenzen und einem Pädagogischen Tag
Kooperation mit der Jugend- und Familienberatung „Am Sandeldamm“

Evaluation:
Ziele wurden erreicht
Verschriftlichung der Fortschreibung liegt vor
Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen und Entlastung aller AGs und der Visionen-/Steuerungsgruppe auf der Gesamtkonferenz am 10.10.2005
Ausblick: Bildung einer neuen Steuerungsgruppe mit dem Auftrag zur Begleitung des Prozesses einer Organisationsentwicklung (OE) der FFS

3.2. Veränderte Schülerschaft: Pausen- / Schulhofgestaltung

Ausgangslage:
Erhöhtes Konfliktpotential
Cliquenbildung
Raucherproblematik
Keine adäquaten Pausenangebote für schwerstbehinderte Schüler/innen
Konflikte durch die verschiedenen Interessen der unterschiedlichen Altersgruppen
Kaum Rückzugsmöglichkeiten
Erhöhte Unfallgefahr durch Roller und Rädchen (keine gesonderten Fahrwege)
Schüler ohne Eigeninitiative und mit stereotypen Verhaltensweisen haben kaum Möglichkeiten in den Pausen von sich aus neue Spielmöglichkeiten/Freizeitangebote auszuüben
Vermehrte Anfragen aus der Schülerschaft nach alternativen Pausenangeboten
In den Regenpausen toben die Schüler durchs Schulhaus, durch diese Situation entstehen Konflikte
Häufig in der Pause entstandene Streitigkeiten werden in den Unterricht getragen, sodass durch die Regelung des Konfliktes Unterrichtszeiten verloren gehen
Überforderung der Aufsichtsführenden in bestimmten wiederkehrenden Konflikten und mit Problemschülern
Fragestellung: Warum kommt es in den Pausen zu Konflikten und welche Möglichkeiten gibt es, diese Auseinandersetzungen durch unterschiedliche Pausenangebote, Umgestaltung des Pausenhofes zu mindern?

Ziele:
Zielgerichtet Angebote schaffen für die unterschiedlichen Altersgruppen: z.B. gefahrloses Rädchen- und Rollerfahren der Grundstufenschüler ermöglichen, den H/W-Stufenschülern Rückzugsmöglichkeiten bieten
Die unterschiedlichen Interessen der Schüler wahrnehmen
Weniger Konflikte in den Pausen und dadurch geringerer Unterrichtsverlust
Veränderte Pausensituationen (Pausenhofangebote anbieten und Umgestaltung des Schulhofes) -> weniger Konflikte

Planung und Umsetzung:
Den Konferenzen wurde vorgeschlagen Pausenangebote zu schaffen, z.B. Kicker, Fußballspielen, Basketball, Disco, Schülercafé, Springseil, Malen mit Kreide etc. Diese Veränderungen in den Pausen konnten relativ schnell und ohne größeren Aufwand eingeführt werden. Von Seiten des Kollegiums wurden diese Veränderung der Pausensituation angenommen und umgesetzt.
Bei der Planung der Umgestaltung des Schulhofes, merkten wir, dass uns Grenzen gesetzt waren. Daher beschlossen wir, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hierfür beauftragten wir, nach Genehmigung der Gesamtkonferenz, die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (R. Seeger).
Nach diesem Beratungsgespräch vor Ort war der AG klar, dieses Angebot anzunehmen, um die optimale Lösung für die Schulhofgestaltung zu erreichen.

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