Friedrich-Fröbel-Schule Maintal

Einblicke in Schulprogramm und Schulleben

Medienkonzept der Friedrich-Fröbel-Schule

Einbindung des Medienkonzeptes der Friedrich-Fröbel-Schule Maintal in das Schulprogramm.

Medienkonzept der Friedrich-Fröbel-Schule

Einbindung des Medienkonzeptes in das Schulprogramm

Zur Zeit der Erstellung des ersten Schulprogramms der Friedrich-Fröbel-Schule gab es zwar schon einen Computerraum und auch einzelne Computer in den Klassen, aber noch keine genaueren Vorstellungen, welchen Stellenwert die Arbeit an Computern für die Schülerinnen und Schüler haben könnte. Auch die weiteren elektronischen Medien wie Handys, MP3-Player, usw. waren noch nicht in dem Umfang verbreitet.

Um für die Schule einen einheitlichen Umgang beim Einsatz elektronischer Medien zu gewährleisten und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine didaktisch-methodische Grundlage zu schaffen, an der sich alle orientieren können, wurde im Schuljahr 2007-08 vorgeschlagen durch die Steuerungsgruppe in einer Gesamtkonferenz beschlossen, eine Arbeitsgruppe zum Thema „Medienkonzept“ einzurichten. Diese legte das vorliegende Konzept im Schuljahr 2008-09 den zuständigen Gremien zur Genehmigung vor. Es wurde dann von diesen bestätigt. Somit ist das Medienkonzept der Friedrich-Fröbel-Schule in der vorliegenden Fassung Bestandteil des Schulprogramms.

Medienkonzept

1. Leitbild

Das vorliegende Medienkonzept ist auf der Grundlage eines gemeinsam erarbeiteten Konzeptes für alle Förderschulen des MKK und der Stadt Hanau entstanden und wurde auf die Bedürfnisse unserer Schule angepasst.

Die Frage nach dem Sinn und Zweck eines Medienunterrichtes stellt sich nicht, da alle Schülerinnen und Schüler heute in einer Welt aufwachsen, die stark von Medien geprägt ist. Dabei spielen die elektronischen Medien eine immer größere Rolle. Dies spiegelt sich auch in diesem Konzept wieder. Jedoch wollen wir auf keinen Fall die traditionellen Medien aus dem Unterricht verdrängen, sondern sinnvoll ergänzen. Die reflektierte Nutzung und Gestaltung aller Medien wird für die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben immer wichtiger. Der Erwerb von Medienkompetenz trägt somit zur Integration in den (Kommunikations-) Alltag der Schülerinnen und Schüler bei.

Die Beherrschung von Grundkenntnissen in der Mediennutzung wird darüber hinaus Voraussetzung sein, um in ein Arbeitsverhältnis zu treten. Dies gilt in zunehmendem Maße auch für Berufsfelder mit einfachen Helfertätigkeiten sowie die Arbeitstätigkeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen, die von Schulabgängern unserer Schulform angestrebt werden können.

Der gesetzlich verankerte Bildungsauftrag gilt uneingeschränkt. Schülerinnen und Schüler dieser Schulform haben jedoch einen größeren Förderbedarf im sozialen, kommunikativen, körperlichen und/oder kognitiven Bereich und dadurch nicht die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu neuen Medien wie Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen. Die Aufgabe der Schule muss es daher sein, diesen mit besonderer Aufmerksamkeit entgegenzuwirken und sie im Sinne der Chancengleichheit zu kompensieren.

Dabei stellt nicht nur eine multimediale Vermittlung abstrakter Lerninhalte für unsere Schülerinnen und Schüler in ganz besonderem Maße eine Chance dar, sie kann auch durch weitere Hilfsmittel (spez. Tastaturen, Spracherkennungs- und Sprachausgabesoftware,...) körperliche Handicaps und erhöhten Förderbedarf ausgleichen.

2. Bestandsaufnahme

In den Jahren 2003 und 2004 hat der Schulträger unsere Schule mit einem individuellen IT-Paket (1 PC-Raum mit 8 Schüler- und 1 Lehrerrechner) ausgestattet. Darüber hinaus haben jedoch durch den persönlichen Einsatz einzelner Lehrer und Eltern und durch Spenden zahlreiche ausrangierte PCs an den verschiedensten Orten in der Schule Einzug gehalten.

2.1 Hardware-Ausstattung, Räumlichkeiten / Standorte
  • 1 PC-Raum mit 7 vernetzten Schüler-PC`s (Win XP, 2,8 GHz) mit Flachbildschirmen, jeder PC ist über DSL mit dem Internet verbunden. Es gibt aktuell keinen funktionsfähigen Drucker. Auf jedem PC gibt es 5 Benutzerkonten (Admin, Levels 1 – 4).
  • 13 Klassen haben alte Rechner, teils aus Spenden, teils aus Privatbeständen des Personals. Sie nutzen die Rechner meist für Lernspiele (Budenberg, Lernwerkstatt), zum Malen und zum Anschauen von Fotos.
  • Lehrerzimmer mit 2 vernetzten Lehrer-PC`s (Windows XP, 2,8 GHz), Internet WLAN über DSL, 3 Drucker (2 Tintenstrahldrucker, 1 SW Laserdrucker).
  • Bücherei hat einen PC mit der Software Litera und einen Handscanner.
  • 4 Digitalkameras für Schüler und Schülerinnen werden zentral verwaltet.
  • Camcorder
  • Scanner
  • 2 Laptops für den mobilen Einsatz, Testungen oder die Schülerdisco.
2.2 Software-Ausstattung der Lehrerzimmer PCs
  • Windows XP
  • Office-Programme (Office XP)
  • UK Software (Schreiben mit Symbolen, Boardmaker)
2.3 Software-Ausstattung der PC`s im PC Raum
  • Level 1: Budenberg
  • Level 2: Budenberg, Löwenzahn, Luftballons, ABC, Einkaufsspiel, MS Paint
  • Level 3: Budenberg, Löwenzahn, Luftballons, ABC, Einkaufsspiel, MS Paint, Tommy, Blob, Fliegen, Schreiblabor, Rechenladen, Pushy und Co, Lesewelt, Ein Satz, klaro, Noten, Formel 1, Audio 1, Vergleichen, schriftl. Verfahren, Formen, Nachbarzahlen.
  • Level 4: Lernwerkstatt, Nero, Google, Lesehaus, Krumpfs auf Lernreise, Schreiblabor, Kalender Puzzle, Lernen macht Spaß, Microsoft Office Programme
2.4 Qualifikationsstand des Kollegiums

Im März/April 2008 wurde an unserer Schule die Medienkompetenz (in Bezug zur PC-Nutzung) des Kollegiums mit Hilfe einer Selbsteinschätzung festgestellt (bei 33 Fragen mussten sie sich fünf Kompetenzkriterien: 1 = profihaft, 2 = fortgeschritten, 3 = eingestiegen, 4 = kennen gelernt, 5 = ohne Kenntnisse zuordnen).

Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Kompetenzstufe 1 (Bedienung und einfache Textverarbeitung): Mittelwert 2,4
  • Kompetenzstufe 2 (einfache Administration und Multimediaaufgaben): Mittelwert 3,3
  • Kompetenzstufe 3 (erweit. Administration und Multimediaaufgaben): Mittelwert 3,8

Auffällig sind in Stufe 1 die Frage nach rechtlichen Grundlagen (Mittelwert 3,6), die hohe Diskrepanz von Stufe 1 zu Stufe 2 und 3 sowie die schlechten Mittelwerte bei den beiden letzten Stufen, die weit unterdurchschnittlich sind.

Hier zeigt sich, dass im Kollegium auf allen Kompetenzstufen noch ein großer Fortbildungsbedarf besteht. Nur einige wenige Kolleginnen oder Kollegen sind auf allen Stufen kompetent. Dies betrifft nicht nur den Umgang mit Lernsoftware, sondern auch Officesoftware, Fotobearbeitung und andere Anwendersoftware.

2.5 Bisheriger Einsatz des Computers im Unterricht

In den ersten Jahren der Computernutzung in unserer Schule gab es in einigen Klassen alte Computer, die von Lehrern oder anderen Personen der Schule geschenkt worden waren. Darauf waren einige ältere einfache Spielprogramme und das erste Lernprogramm für Förderschulen „Budenberg“, das noch heute in der neusten Version häufig benutzt wird.

Die Einrichtung eines ersten Computerraumes mit 8 Einzelarbeitsplätzen verlangte dann einen professionelleren Umgang mit der entsprechenden Software und erzeugte einen Fortbildungsbedarf für die Lehrer.

Inzwischen wird ein zweiter Computerraum eingerichtet, die Klassenräume sind vernetzt und haben Internetanschluss und die Software für alle wird im schuleigenen Server installiert werden. Aber auch an den einzelnen Schülerarbeitsplätzen kann spezielle Software für spezielle Bedürfnisse gespeichert werden.

Die Arbeit am Computer wird in Einzelarbeit, in Kleingruppen oder in Kursen angeboten.

2.6 Internet

Die Friedrich-Fröbel-Schule verfügt über eine Internetpräsenz mit umfangreichen Informationen über die Schule, die fortlaufend aktualisiert werden.

3. Pädagogisches Nutzungskonzept

Im Rahmen der im Leitbild formulierten Zielsetzung soll die Arbeit mit Medien entsprechend ihrer Bedeutung am zukünftigen Arbeitsplatz und in der Freizeit für unsere Schülerinnen und Schüler vom Schulbeginn bis zum Schulabschluss eine angemessene Rolle spielen.

Während ihrer Schulzeit sollen Schülerinnen und Schüler bereits in der Grundstufe unterrichtsbegleitend an elektronische Medien herangeführt werden. Insbesondere den Medienecken im Klassenraum kommt hier große Bedeutung zu.

Im Folgenden sollen die verschiedenen Schwerpunkte und Einsatzbereiche der elektronischen Medien für die gesamte Schule und für die einzelnen Schulstufen dargestellt werden. Dabei verlangt die Heterogenität unserer Schülerschaft auch stufenübergreifende Angebote.

In kleinen thematischen Einheiten sollen grundlegende Kenntnisse über die Nutzungsmöglichkeiten des PCs systematisch erarbeitet und die Anwendung gebräuchlicher Programme trainiert werden. Durch die Individualisierung des Unterrichts wird den Lernvoraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen, was sich wiederum sehr positiv auf die Motivation und Lern- und Anstrengungsbereitschaft auswirkt.

Die besonderen Vorteile des Computers liegen dabei auf der Hand:

  • Anpassung an den individuellen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler
  • strukturiertes Arbeiten ist besonders autistischen Schülerinnen und Schülern hilfreich, denn sie können sich über den PC den Unterrichtsinhalt erarbeiten, der für sie im Unterricht ohne PC nicht verständlich ist oder in ihrer Denkstruktur aufgenommen werden kann.
  • interaktives Reagieren auf die Eingabe der Schülerinnen und Schüler
  • Simulation von Vorgängen
  • selbstständige Hilfestellung
  • sofortige Erfolgsbestätigung
  • Verstärkung des selbstständigen Arbeitens und Lernens
  • gezieltes Eingreifen der Lehrkraft durch individuelle Analyse der Defizite
  • ständige Wiederholbarkeit
  • Bewertung ohne Wertung

Im Einzelnen werden die Schülerinnen und Schüler aller Stufen u.a. in folgenden Bereichen computergestützt gefördert:

  • Schriftspracherwerb und Lesen: präliterale und perzeptuelle Fähigkeiten, Symbolverständnis, Segmentation, Analyse und Synthese, Visualisierung gesprochener Sprache (z.B. mit Budenberg, Paint, Lernwerkstatt, Word)
  • Mathematische Grundlagen: Farben und Formen, Mengen, Rechenoperationen (z.B. mit Budenberg, Catch Me, MaTris, MatheMax Pro)
  • Wahrnehmungsbereiche: visuelle Differenzierungen, auditive Differenzierungen (z.B. mit Budenberg, LäraMera, Blob, Casa Memo)
  • Kommunikative Kompetenz: Nicht sprechenden Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, sich schriftlich zu äußern; Kinder mit erheblichen graphomotorischen Störungen können ihre Defizite mit dem Computer kompensieren; in der Sprachförderung wirkt der PC-Einsatz äußerst motivierend und effektiv; gelernte Gebärden können spielerisch ausprobiert und überprüft werden (z.B. mit Thommys Gebärdenwelt)
  • Kognition: Strategie, Planung (z.B. mit Löwenzahn, LEGO)
3.1 Grundstufe

In der Grundstufe sollen die basalen Kenntnisse im Umgang mit dem PC in Einzelarbeit oder Kleingruppen eingeführt werden. Vorrangig sind zunächst die richtige Bedienung der Programme und die Orientierung mit Maus und Tastatur. Die weitere Förderung erfolgt mit altersentsprechenden Programmen.

3.2 Mittelstufe

In der Mittelstufe wird diese Arbeit entsprechend fortgeführt. Es erfolgt der Einsatz von Programmen zur Förderung der Wahrnehmung, Konzentration, Koordination, Feinmotorik, Sprache und Kommunikation. Auch die Anbahnung, Vermittlung bzw. Festigung der Kulturtechniken kann mit dem PC erfolgreich weit gefördert werden.

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