Friedrich-Fröbel-Schule Maintal

Einblicke in Schulprogramm und Schulleben

Geschichte der Friedrich-Fröbel-Schule

Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Friedrich-Fröbel-Schule seit 1963.

Die Friedrich-Fröbel-Schule gehörte zu den ersten Schulen in Hessen, die für Kinder mit geistigen und geistig-körperlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen eingerichtet wurden.

50 Jahre Friedrich-Fröbel-Schule

Im Jahre 1962 beantragte die Lebenshilfe Hanau eine „Sonderschule für Geistig Behinderte“, wie es damals noch hieß. Im Februar 1963 wurde sie als Tagesheimschule von der Stadtverordnetenversammlung Hanau beschlossen und im Oktober 1964 begann der Unterricht im Haus der Jugend (heute Olaf-Palme-Haus) mit 23 Kindern aus der Stadt Hanau und mit 10 Kindern aus dem Landkreis.

„Nach mehrmonatigen Umbauarbeiten schaffen wir im Schloß Philippsruhe den rechten vorderen Flügel. Im Parterre ist die Beschützende Werkstatt untergebracht. Den großen Saal richten wir als Schlafraum ein, dahinter sind die Waschräume und Toiletten. Im 1.Stock befinden sich die Klassenräume, der Speisesaal und die Küche. Es ist alles sehr ordentlich eingerichtet, auch wenn manches unpraktisch ist. Aber auch hier im Schloß handelt es sich nur um ein Provisorium. Es aber ein gutes Provisorium. Die Lage ist ideal.“ schreibt der erste Rektor der Schule, Johannes Steubner, in die erste Schulchronik. Zur Einweihung kamen übrigens Herr Oberbürgermeister Herbert Dröse und Herr Schulrat Fett.

1965 ziehen 45 Schulkinder und 20 Jugendliche in die staatliche Tagesheimschule. Die Stadt Hanau stellt der Schule jeden Montag das Stadtbad (heute Heinrich-Fischer-Bad) zur Verfügung. Zudem erhält die Schule ihren Namen „Friedrich-Fröbel-Schule“.

Der Hanauer Anzeiger berichtet immer wieder vom Alltag der Friedrich-Fröbel-Schule. In der Ausgabe vom 07. Oktober 1966 erscheint ein liebevoller Artikel, der bereits ein recht fortschrittliches Bild der Pädagogik für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (Bezeichnung aus dem Hess. Schulgesetz von 2011) zeichnet und die Stadt Hanau als großzügigen und unterstützenden Schulträger beschreibt.

1967 umfasst das Kollegium den Rektor der Schule, Herrn Steubner, eine weitere Lehrerin und vier Erzieherinnen. In der Schulchronik erscheint ein erster Hinweis auf frühe inklusive Teilhabe der Schülerinnen und Schüler, es wird das Fest der 1. Hl. Kommunion und die Konfirmation von Jugendlichen der Schule gefeiert. Die Lebenshilfe richtet einen Fahrdienst für diejenigen Schülerinnen und Schüler ein, die nicht ohne Begleitung zur Schule kommen können. Das Schulleben ist in vollem Gange: regulärer Unterricht, Verkehrserziehung, Neigungsgruppen am Nachmittag, Tagesausflüge, Exkursionen, Schullandheimaufenthalte, Schulfeste, Faschingsfeiern,… all das, was eine Schulkultur ausmacht.

1972-1974-1975 wird erstmals von Lehrkräftemangel berichtet. Fünf Lehrer/innenstellen sind nicht besetzt, der Unterricht muss gekürzt werden, nachmittags werden nur noch drei Gruppen beschult. Die Pausen dauern 30 Minuten am Vormittag und 45 Minuten in der Mittagszeit. Es besuchen 91 Schülerinnen und Schüler die FFS. Das Verhältnis Mädchen und Jungen ist noch ausgewogen. Es ändert sich die Bezeichnung der Schulform in „Sonderschule für Praktisch Bildbare“. Ein Konferenzprotokoll erinnert daran, dass es für eine Ganztagsschule wie die FFS kein reguläres Hitzefrei geben kann, sondern ein alternatives Freizeitangebot am Nachmittag. Es arbeiten bereits drei Zivildienstleistende. Sie nehmen als Teil des Kollegiums an den Konferenzen teil.

1979-1980 wird eine kleine Dependance in Maintal-Dörnigheim eingerichtet.

1981 geht Rektor Johannes Steubner nach 17 Jahren als Schulleiter der FFS in den Ruhestand. Sein Stellvertreter Herr Krasselt-Priemer übernimmt kommissarisch die Leitung.

1982-1983-1984 beschließt die Schule neue Zeugnisformulare und erstellt Kriterien dazu. Die berufliche Orientierung für die älteren Schüler erhält einen Schwerpunkt. Die Betriebspraktika werden neu bewertet und strukturiert. Praktika in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung wie in der freien Wirtschaft stehen gleichberechtigt in der Bedeutung nebeneinander. Es erscheinen die Richtlinien für die Schule für Praktisch Bildbare. Sie gelten 30 Jahre bis nach vielen Vorlagen aus Arbeitsgruppen, Spiegelgruppen und Entscheidungen in Gremien der Kultusbehörde im Jahre 2013 die neuen „Richtlinien für Unterricht und Erziehung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ veröffentlicht werden und Gültigkeit erhalten. Eine Arbeitsgruppe „Schulneubau“ tagt regelmäßig und plant Aktionen. Seit 1979 sieht der Schulentwicklungsplan einen Schulneubau vor. Die Wochenstundenzahl wird von 24 auf 36 Stunden erhöht. Räume der Siemensschule in Maintal-Dörnigheim werden genutzt.

1984 erfolgt ein Brand im Museum des Schloss Philippsruhe, was die Dringlichkeit eines Umzugs verdeutlicht. Die Siemensschule in Maintal-Dörnigheim soll umgebaut und zum Provisorium der Friedrich-Fröbel-Schule werden. Das Kollegium lehnt nach Besichtigung des Baugeländes in Hanau-Steinheim ab, wägt einen Standort am Langendiebacherweg in Hanau ab und befürwortet einen Umbau in Maintal-Dörnigheim. Die Schule wird weiterhin von Herrn Krasselt-Priemer kommissarisch geführt.

1985 am 20. Juni wird Angelika Thannhäuser als neue Schulleiterin der Friedrich-Fröbel-Schule in der Gesamtkonferenz vorgestellt. Am 22.08.1985 erfolgt die Einführung von Frau Thannhäuser als neue Schulleiterin durch Schulrat Emmel. An diesem Tag leitet sie die erste Gesamtkonferenz. Sie wird 26 Jahre die FFS als Schulleiterin führen.

1985 – 1986 – 1987 gibt es konkrete Planungen und Vertragsentwürfe zur Übereignung des Geländes und zum Umbau der Werner-von-Siemens-Schule in Maintal-Dörnigheim. Zu dieser Zeit hat die Schule 21 Lehrerstellen, 4 Erzieherinnen, 2 Referendare und einige Zivildienstleistende. Es starten die Integrationsmaßnahmen behinderter Schüler/innen, begleitet von der FFS.

1992 kann sich die Schule zusammenfügen. Der Schulumbau in Maintal-Dörnigheim ist fertiggestellt. Der Umzug der restlichen Klassen aus dem Schloss Philippsruhe nach Dörnigheim ist abgeschlossen. Historie und Neuzeit verbinden sich im Logo der Schule.

1993 - 1994 – 1995: Lehrkräftemangel. Die Unterrichtszeit muss von 32 auf 26 Wochenstunden heruntergefahren werden. Kontakte zur Nachbar-Schule (noch Dietrich-Bonhoeffer-Schule) werden gepflegt.

1994 – 2002 wächst die Schule auf über 200 Schülerinnen und Schüler an, Container müssen auf das Schulgelände und das der benachbarten Grundschule gestellt werden. Der Main-Kinzig-Kreis entscheidet sich für eine weitere Schule für Praktisch Bildbare im Westen – am Standort Bruchköbel. Ein Neubau wird geplant.

Im Herbst 2002 teilt sich die Schule. Ca. 120 Schülerinnen und Schüler aus Hanau und Maintal bleiben in Maintal-Dörnigheim, ca. 80 aus dem westlichen Main-Kinzig-Kreis (Altkreis Hanau) wechseln nach Bruchköbel. Auch das Kollegium teilt sich. Frau Angelika Thannhäuser bleibt Schulleiterin der Friedrich-Fröbel-Schule. Frau Bettina Roeschen, zuvor Förderschulkonrektorin an der Friedrich-Fröbel-Schule, wird Schulleiterin an der Frida-Kahlo-Schule in Bruchköbel.

2002-2007 wachsen die Schülerzahlen wieder. 2007 erhält die Friedrich-Fröbel-Schule einen Erweiterungsbau mit sechs Klassen und zwei Bädern. Die Schülerzahlen liegen zwischen 130 und 150 Schülerinnen und Schülern. Das Kollegium und die gesamte Mitarbeiterschaft umfasst mittlerweile ca. 90 Menschen (Förderschullehrer/innen, Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen, Heilpädagoginnen, Assistenzkräfte, Therapeuten, Verwaltungs- und Hauspersonal). Die Schulinspektion wird eingeführt. 2008 findet die erste Schulinspektion an der FFS statt. Der FFS wird eine sehr gute Schulentwicklung bestätigt.

2008 baut die gesamte Schulgemeinde einen Teil des Schulgeländes zu einem „Grünen Klassenzimmer“ um.

2011 verabschiedet sich Frau Angelika Thannhäuser in den Ruhestand. 26 Jahre als Schulleiterin der Friedrich-Fröbel-Schule liegen hinter ihr. Elisabeth Görgen wird neue Rektorin; sie war seit 2004 stellvertretende Schulleiterin und arbeitete bis 2002 im integrativen Unterricht in Frankfurt. Das neue Hessische Schulgesetz wird verabschiedet. Das Recht auf inklusive Beschulung ist aufgenommen. Die Schulform erhält eine neue Bezeichnung: „Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung körperliche und motorische Entwicklung“.

2011 – 2014 übernimmt die langjährige Grundstufenleiterin Jutta Weiser die Funktion der stellvertretenden Schulleiterin. Das Kollegium engagiert sich in der pädagogischen Arbeit, entwickelt Konzepte zur Teamarbeit, zur Förderplanarbeit, zur Berufsorientierung, zu den neuen „Richtlinien für Unterricht und Erziehung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ u.a.

2012 findet die zweite Schulinspektion statt mit erneut sehr guten Ergebnissen. Es bildet sich eine Arbeitsgruppe von Kolleginnen und Kollegen der Friedrich-Fröbel-Schule und der benachbarten Wilhelm-Busch-Schule zur Entwicklung von kooperativen Unterrichtsstrukturen. Einige Klassen werden gemeinsam in einigen Bereichen unterrichtet (Musik, Sport, Kunst) bis hin zur Gestaltung eines gesamten Kooperationstages von zwei Klassen beider Schulen. Kolleginnen der Schule arbeiten im inklusiven Unterricht an Hanauer und Maintaler Grundschulen. Die Tradition der Friedrich-Fröbel-Schule als Ausbildungsschule wird fortgeführt. Zwischen vier bis sechs Referendarinnen und Referendare werden jeweils parallel ausgebildet.

2013 bewirbt die Schule sich im Comenius-Projekt und wird aufgenommen. Es werden Pädagogische Tage zu den neuen Richtlinien und zum TEACCH Ansatz (Förderung von Schülerinnen und Schüler mit Verhaltensweisen aus dem Autismusspektrum) durchgeführt. Es beginnen die Planungen und Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr.

2014 ist die Zirkusprojektwoche ein besonderer Höhepunkt für alle Schülerinnen und Schüler, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die gesamte Schulgemeinde im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Friedrich-Fröbel-Schule.

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